Lupe 2 - Vom Ludwigsplatz an den Rhein

11 Kommentare

Die Lupe 2 beschäftigt sich mit der Verbindung von Ludwigsplatz und Rhein.
Die Büros waren aufgefordert, Ideen zu folgenden Fragen zu entwickeln: Wie gelangt man vom Ludwigsplatz zur Stadtstraße und zurück? Wie können die Stadtstraße und der Ludwigsplatz zum Rhein unter Berücksichtigung der Eingangssituation der Rhein-Galerie verknüpft werden?
Weitere Informationen zu dieser Lupe finden Sie im Informationsbereich.

Entwurf des Büros Agence Ter

Einen Schwerpunkt legt Agence Ter auf die Verbindung Stadtstraße - Rhein-Galerie - Rheinpromenade, den anderen Schwerpunkt auf die Verbindung Rathaus-Center, neue Haltestelle und deren Grünfläche. Dafür setzen die Planer das so genannte Urbane Band ein.

Das Urbane Band, das Agence Ter vorschlägt, liegt zwischen der neuen Eingangssituation des nördlichen Rathaus-Centers Richtung Prinzregentenstraße und Hemshof und dem Rhein. Als breite, großzügige Platzfläche ermöglicht sie parallel zur Stadtstraße Fußgängerinnen und Fußgängern sowie Radfahrerinnen und Radfahrern eine gute und schnelle Anbindung. Die Prinzregentenstraße wird am nördlichen Eingangsbereich des Rathaus-Centers durch das Urbane Band einbezogen, ebenso die neue Haltestelle am Rathaus.

Das Urbane Band wird gestaltet als langgezogene unterschiedlich zu nutzende freie Fläche mit Pavillons und einer Baumreihe entlang der Stadtstraße. Eine neue und weitere Zugangsmöglichkeit zur Rhein-Galerie erfolgt auf deren erster Geschossebene an der Nordwestseite des Gebäudes, regt Agence Ter an. Seitlich der Rhein-Galerie führt das Urbane Band als Steg-Konstruktion über den Anlieferhof zum Rhein hin auf einen öffentlichen Stadtbalkon mit weiten Blicken entlang des Flusses. Vom Stadtbalkon gelangt man über eine Treppe zur Rheinpromenade. Barrierefrei funktioniert dies über die Aufzüge der Rhein-Galerie. Am Staatlichen Getreidespeicher bildet ein neuer Platz mit einer weit sichtbaren Landmarke (z.B. durch einen Hafenkran) den Abschluss des Urbanen Bandes. Als erste Adresse für alle Verkehre von Mannheim über die Kurt-Schumacher-Brücke und als Endpunkt der Stadtstraße von Westen markiert diese Stelle einen neuen Fixpunkt im Stadtgefüge.

Das Rathaus-Center, so eine weitere Planungsidee von Agence Ter, erhält eine neue Fassade zum Rhein hin und wird so auch für die Kunden aus der Ludwigstraße oder von der Rhein-Galerie kommend interessant. Die neue Haltestelle am Rathaus-Center, die an das Urbane Band unmittelbar angebunden ist, wird in diesem Zusammenhang zu einem wichtigen Verteilerpunkt. Eine gemeinsame und stimmige Entwicklung von Haltepunkt, Urbanem Band und Fassade macht das Quartier für viele Menschen interessant, die dort unterwegs sind.


  • Übersicht Lupe 2
  • Konzept Grün – Stadt – Rhein: mit Urbanem Band (rot) als Verknüpfung zum Rhein, und dem Shopping-Loop (gelb)
  • Das Urbane Band trifft im ersten Obergeschoss auf die Rhein-Galerie
  • Die Haltestelle wird über das Urbane Band – eine breite großzügige Platzfläche – angebunden
  • Gesamtentwurf des Büros Agence Ter

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Entwurf des Büros GTL

Aus Sicht von GTL ist die Rheinpromenade bisher im Schnittpunkt zwischen Rheinuferstraße und Stadtstraße vollkommen isoliert. Dies soll sich ändern: Zwischen der neuen Straßenbahnhaltestelle am Rathaus und der Rheinpromenade entsteht in der Zukunft ein völlig neuer Zugang, ein Entree, zum Rhein. Dadurch wird es außerdem möglich sein, einen weiteren Eingang an der Nord-West-Seite der Rhein-Galerie zu schaffen.

Nach Einschätzung der Landschaftsplaner von GTL wurde diese Stelle bisher eher stiefmütterlich behandelt, obwohl sie eine ganz hervorragende Lagegunst in sich birgt. Ein Neubau an der Rheinuferstraße könnte daher baulich zwischen dem Straßenniveau und Niveau der Rheinpromenade vermitteln. GTL nimmt den Staatlichen Getreidespeicher in die Überlegungen mit auf. Als künftigen Ort für Kreativwirtschaft kann direkt am Rhein eine lebendige, hochwertige Nutzung entstehen. Da keinerlei lärmempfindliche Nachbarschaft vorhanden ist, wäre dieser Ort am Rhein beispielsweise auch sehr gut für Musikclubs, Diskotheken oder eine Rheinbar geeignet.

Bürgerinnen und Bürger gelangen über einen öffentlichen Raum von der Stadtstraße zum Rhein. Eine Abfolge aus Sitzstufen mit integrierten Rampen überwindet den Höhenunterschied. Der Anlieferhof zur Rhein-Galerie erhält sozusagen einen „Deckel“. Über ihn führt der Weg zur Einmündung Stadtstraße und Rheinuferpromenade. Auf dem oberen Niveau schirmen Wasserfontänen den Verkehrslärm ab.

So lange der Staatliche Getreidespeicher noch nicht aus seiner ursprünglichen Nutzung entlassen ist, ist der Zugang zum Rhein aus Sicht der GTL-Planer ebenfalls über eine verkleinerte „Abdeckelung“ des Lieferhofes kurzfristig realisierbar.
Das Thema der Sitzstufen und der „abgetreppten“ Landschaft setzt sich im Bereich der neuen Straßenbahnhaltestelle und von hier bis zum Ludwigsplatz als einheitliches Gestaltungsmittel fort.


  • Gesamtübersicht der Planung im Bereich der Lupe 2.
  • Schnitt neue Haltestelle, Fußweg über die Rheinuferstraße dem neuen öffentlichen Platz zur Rheinpromenade.
  • Ludwigsplatz, neue Haltestelle und neuer öffentlicher Platz an der Rhein-Galerie.
  • Sitzstufen im Grünen - die neue Haltestelle an der Rathaus-Galerie in Blickrichtung Rhein-Galerie.
  • Direkt an der Rheinuferstraße schließt ein großzügiger öffentlicher Platz an.
  • Gesamtentwurf des Büros GTL

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Entwurf des Büros Olschewski mit Valentien + Valentien

Die für Fußgängerinnen und Fußgänger großzügiger ausgebaute westliche Seite des Ludwigsplatzes wird nach den Ideen von Olschewski mit Valentien + Valentien in einer Achse bis zur neuen Stadtstraße nach Norden weitergeführt.

Am Rathausplatz müssen die Planer die besonderen Höhenverhältnisse berücksichtigen. Das Prinzip aus Rampen und Stufen wird nach Abriss des Straßenbahntroges nach Osten erweitert. Das Geländeniveau des „oberen Rathausplatzes“ mit dem Eingang zum Rathaus-Center, den Geschäften und Cafés wird entlang der Süd- und Ostfassade weiter bis zur neuen Stadtstraße fortgeführt. Es entsteht eine ebene, teilweise unter Arkaden verlaufende Wegeverbindung. Die tiefer liegende neue Straßenbahnhaltestelle erhält mit den verbreiterten Wegen gleichzeitig eine Überdachung.

Östlich des Rathaus-Centers führt eine doppelreihigen Baumallee zum Rhein. In deren Verlängerung führt ein Steg die Fußgängerinnen und Fußgänger bis zur Kaimauer. Von hier bietet sich ein 360-Grad-Panoramablick auf die Stadtsilhouetten von Ludwigshafen und Mannheim.


  • Gesamtübersicht der Planung im Bereich der Lupe 2.
  • Mit Rampen und Stufen überwinden die Planer die unterschiedlichen Geländehöhen zwischen Rathausplatz, Ludwigsplatz und Stadtstraße.
  • Eine doppelreihige Baumallee führt entlang der Stadtstraße über die Rheinuferstraße zur Rhein-Galerie.
  • Zwischen den Auf- und Abfahrten zur Brücke schlagen die Planer vor, Rasenhügel anzulegen und diese zu bepflanzen.
  • Ein Steg führt zwischen Rhein-Galerie und Getreidespeicher.
  • Ein Steg führt zwischen Rhein-Galerie und Getreidespeicher.
  • Gesamtentwurf des Büros Olschewski mit Valentien und Valentien

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Alltag: Was machen Sie heute auf dem Ludwigsplatz? Warum kommen Sie hierher? Oder warum nicht? Wie nutzen Sie den Platz? Was vermissen Sie hier?

Bedeutung: Was bedeuten der Ludwigsplatz und seine Umgebung heute für Sie?

Planung: Welchen Planungsansatz halten Sie für besonders nachvollziehbar? Urteilen Sie besonders mit Blick darauf, wie der Platz mit dem Rhein verbunden wird und wie die neue Haltestelle Rathaus-Center gestaltet wird.

Anwort der Verwaltung auf Kommentar

Sehr geehrter Gast,
die Straßenbahnlinien 6, 7 und 8 müssen vom Ludwigsplatz kommend die Stadtstraße unterqueren. Daher ist es nicht zu vermeiden, dass die Straßenbahnschienen zur neuen Haltestelle Rathaus abfallen. Gestalterische Lösungen, um diese Straßenbahnrampe gut ins Stadtbild zu integrieren sind derzeit noch nicht entworfen.
Ihre Stadtverwaltung

Die neue Haltestelle sollte nicht mit einem "Deckel" versehen werden. Die Vorschläge für eine offene Gestaltung, die in Stufen in Richtung Stadtstrasse und Rhein führen soll, sind weitaus überzeugender. Wie sollen die Schienen hier verlegt werden? Der neue Platz zwischen Rathaus-Center, Rhein-center und ludwigsplatz sollte nicht durch eine Art tiefer Rinne durchschnitten werden?

Da ein erheblicher Teil des Rathauscenters ohnehin abgerissen wird, wäre es auch zu überlegen, ob gleich das gesamte Center abgerissen wird. Dies würde die Chance bieten, den Bereich am Rathaus völlig neu zu gestalten. Dazu gehört auch eine attraktive Kompakthaltestelle, die am besten Straßenbahn und Bus miteinander verbindet. Der jetzige Entwurf, eine Haltestelle in einen engen Zwischenraum zwischen zwei Gebäude zu "quetschen" (weil man die Tiefhaltestelle aufgeben möchte), ist keineswegs überzeugend, sondern nur aus der Not geboren. Die Stadt LU verspielt - wie am Berliner Platz - mal wieder die Chance, eine nachhaltige und attraktive Lösung für einen zentralen Punkt in der Innenstadt zu schaffen.

Der Rathausplatz sollte am östlichen Ende (vor Saturn) nicht einer Center-Erweiterung geopfert werden. Die Verbindung zum Ludwigsplatz und zur neuen Haltestelle muss großzügig, offen und erlebbar bleiben - hier überzeugt der Entwurf von Agence Ter mit seiner Grünfläche an der Stelle.

Bei dem neuen Straßenbahnhaltepunkt dürfen keine Angsträume entstehen - die Befürchtung gibt es für mich beim Entwurf von Olschewski (Haltepunkt "versteckt im Keller"). GTL hat mich in dem Punkt überzeugt.

Die Idee, vom ludwigsplatz einen weiteren Zugang zum Rhein zu schaffen, ist gut. Besonders gefällt hier der Entwurf von GTL.

Von westen kommende Autoverkehr überfahrt Gleisanlage, erreicht dann ebenerdig die Stadtstrasse. Lockere Randbebauung erlaubt Einblicke in Grünanlagen und erleichtert die Verlangsamung zum innerstädtischen Verkehr.
Passanten queren die gesmate Innenstadt über neue Passage entlang des Rathaus-Center und erreichen dann Querung zum sehr schönen Hemshof
über neu gestalteten Carl-Wurster Platz mit Bäumen und Marktbrunnen.
Geschlossene Gebäuderinge schützen Wohnbereiche vor Verkehr und Passanten.

Warum sollten in Zukunft Rasenhügel die Sicht versperren, wo man doch gerade mehr Übersichtlichkeit am Nordkopf erreichen will? In diesem Punkt überzeugt der Entwurf des Büros Olschewski nicht.

Ich hoffe, dass die Haltestelle Rathaus-Center aufgrund des Höhenunterschieds nicht zu einem dunklen und kalten Ort in einer Schlucht wird, deshalb fänd ich die offene Erweiterung mit den Stufen von GTL gar nicht so schlecht. Genug "Grün" haben sie auch schon miteingeplant und heller wirkt es dann auch automatisch. Außerdem hat man durch Sitzstufen (neben den unzähligen Sitzmöglichkeiten z.B. für Bus, Bahn und Taxi oder generellem Verweilen) einen schöneren Zugang zum Ludwigsplatz und zur Rheingalerie.
Die Idee mit den Wasserfontänen an der Rheingalerie betonen den Zugang zum Rhein toll und haben einen positiven Effekt gegen Verkehrslärm.
Wobei ich auch die Idee mit dem Steg vom Büro "Olschewski/Valentien+Valentien" sehr interessant finde. Wäre bestimmt ein netter Platz für Bekannte, Freunde oder Familie von außerhalb.

Das Buero Olschewski wertet den Platz auf, indem er mehr Raum fuer Erholung in der Stadt schafft. Mehr Gruen in der planerischen Gestaltung und eine aufgelockerte Bebauung wirkt wahre wunder. Heute ist der Ludwigsplatz meist nur "Fuss-Transitzone" zwischen Rathaus und Rheingallerie. Dabei ist er eine schoene und ruhige Oase inmitten der Stadt. Ich nutze die Baenke und das Cafe sehr oft. Der Anschluss zum Rhein ist wuenschenswert. Aber bitte nicht wie im Vorschlag von GTL. Das erinnert mich stark an die Terrassen neben dem Koenigsbau in Stuttgart. Sehr haesslich und wirklich nicht mehr zeitgemaess.

Der Entwurf von GTL mit einem neuen Platz zwischen Rheingalerie und Getreidespeicher ist von den drei Büros am überzeugendsten. Hier wird ein derzeitiger "Unort" aktiviert und eine wirkliche Aufenthaltsqualität geschaffen. Der Steg des Büros Olschewski ist unrealistisch und keine einladende Geste - so etwas würde bestimmt bald verkommen.
Auch die Ausbildung einer Mulde in der Landschaft für den neuen Straßenbahnhalt am Rathauscenter ist eine offene, freundliche Idee.