Pragmatische Nutzung Nordbrücke

Pragmatische Nutzung Nordbrücke

Warum ist es nicht möglich, z.B. mit Einschränkungen bei Gewicht auf PKW und Tempo auf 30 und zusätlichen engerem Inspektionsintervall die Nordbrücke zumindest in den Hauptzeiten auch nur auf einer Spur zu öffnen?

Jeder pragmatische Ansatz muss betrachtet werden und jede Spur zwischen MA und LU hilft.

Erklären Sie mir das bitte nicht wieder mit dem Büroklammervergleich auf Kindergartenniveau, sondern mit wirklich harten Fakten.

Antwort

Hallo Gast,

wir haben in der Vergangenheit viele Anstrengungen unternommen, um die Brücke zu entlasten, damit sie befahrbar bleibt. Dazu gehörten Abstandsregeln für Lkw und Tempolimits sowie engmaschige Überprüfungen des Bauwerks. Leider ist jetzt eine Grenze erreicht. 

Zum technischen Hintergrund, nach dem Sie fragen: Der Nordbrückenkopf der Hochstraße Nord wurde ab 1968 gebaut. Die Brücken sind als Spannbetonkonstruktion ausgeführt. Hierbei wurde Vorspannung mit Hilfe von Spanngliedern in Längs- und in Querrichtung aufgebracht. Die verwendeten Spannglieder bestehen aus hochfesten Stählen, die in Form von Litzen als Litzenbündel ausgeführt wurden. In den 1960er-Jahren war die Herstellung von hochfesten Stählen noch nicht in allen Herstellerwerken auf dem gleichen Qualitätsniveau. In der Hochstraße Nord wurden Spannstähle verschiedener Hersteller verwendet. Ausführliche technische Erläuterungen finden Sie hier auf unserer Website: https://ludwigshafen-diskutiert.de/node/1343. Bei den durchgeführten Materialproben wurden bereits durch Spannungsrisskorrosion hervorgerufene Spanngliedbrüche festgestellt. Spanngliedbrüche werden durch Lastwechsel ausgelöst. Weiterhin sind weitere schlechte Randbedingungen für ein Fortschreiten der Spannungsrisskorrosion vorhanden, die auf konstruktive Defizite in der Ausbildung von Spannbetonbrücken der 1960er-Jahre zurückgehen. 

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