Aus Zukunftsquartiere werden „Rheintor-Quartiere“

Bisher wurde sie vor allem „Zukunftsquartiere“ genannt: die rund 39 Hektar umfassende Entwicklungsfläche, die entlang der Helmut-Kohl-Alle entsteht. Hier will die Stadt Ludwigshafen Wohnen, städtisches Leben und Arbeiten neu verorten und sozial und ökologisch nachhaltig gestalten. Der Stadtrat stimmte am Montag, 21. September, dafür, dass dieses Gebiet künftig den Namen „Rheintor-Quartiere“ trägt. Gleichzeitig gab das Gremium grünes Licht für die weiteren und immer konkreter werdenden Planungsschritte. Für Teile des Areals starten nun drei förmliche Bebauungsplanverfahren.

„Die ‚Rheintor-Quartiere‘ werden künftig Menschen, Generationen und Stadtteile miteinander verbinden. Sie stehen für Aufbruch, weil hier ein neues Stück Ludwigshafen entsteht auf Grundlage innovativer Planungen und eines Prozesses, der Kreativität, Dialog und Bürgerbeteiligung vereint hat. Sie erinnern gleichermaßen an unsere Wurzeln, den Rhein. Jetzt, da wir in die konkretere Planung einsteigen, war es uns wichtig, dem Areal auch einen Namen zu geben und damit ein Stück Identität und Zugehörigkeit zu unserer Stadt“, betont Oberbürgermeister Prof. Dr. Klaus Blettner. Nach den Worten des OB wird die Stadt Ludwigshafen gemeinsam mit der Lu City-Entwicklungsgesellschaft (LCE) die „Rheintor-Quartiere“ im Oktober erstmals einem internationalen Fachpublikum bei der Immobilienmesse Expo Real in München vorstellen. 

„Mit den ‚Rheintor-Quartieren‘ hat Ludwigshafen ein tolles Potenzial, die Stadt zukunftsfest und in jeder Hinsicht nachhaltig weiterzuentwickeln. Eine solche Chancen haben nur wenige Städte. Wir haben echtes Potenzial, innovative Ideen, gute Prozesse. Damit werben wir, um mittelfristig Investitionen nach Ludwigshafen zu holen – Investitionen für Wohnraum, für Arbeitsplätze, für ein generationengerechtes und grünes Ludwigshafen“, so der OB.

Nachdem im Werkstattverfahren, mit Bürgerbeteiligung und im Zuge der Rahmenplanung die großen Planungslinien und Ziele erarbeitet wurden, wird die Stadtverwaltung nun die ersten Bebauungsplanverfahren starten und schrittweise Planungsrecht schaffen. Damit wird ein verbindlicher Rahmen geschaffen, wie und nach welchen Grundsätzen gebaut werden darf und welche Regeln es zu beachten gilt. Dafür hat die Verwaltung im Zuge der Aufstellung der Bebauungspläne drei Gebiete in den Blick genommen – jedes mit eigenen Schwerpunkten, aber unter dem Dach des bei der Rahmenplanung erarbeiteten Zielkonzepts des Büros ADEPT. 

Die drei zu erstellenden Bebauungspläne betreffen die Bereiche „Nördlich Helmut-Kohl-Allee“, „Südlich Helmut-Kohl-Allee“ und „Östlich Deutsche Straße“. Der Stadtrat hat der sogenannten Aufstellung der Bebauungspläne, also dem Start der Planungsverfahren, in seiner Sitzung am 21. September zugestimmt. Es beginnen nun die von Gesetzes wegen vorgesehenen Schritte wie die Beteiligung der Öffentlichkeit, die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange oder die Erstellung eines Umweltberichts. 

Für alle drei Plangebiete gilt: Durch den Rückbau der Hochstraße Nord und den Bau der Helmut-Kohl-Allee entstehen freie Flächen und Baufelder – also Platz für neue Stadtquartiere. Der Geltungsbereich des Bebauungsplans „Nördlich Helmut-Kohl-Allee“ befindet sich im Stadtteil Nördliche Innenstadt. Er ist rund 6,2 Hektar groß und liegt zwischen der nördlichen Grenze des Europaplatzes, der nördlichen Grenze der Denisstraße, der nördlichen Grenze des Carl-Wurster-Platzes, der nördlichen Grenze der Von-der-Tann-Straße und der Dessauer Straße. Im Osten des Gebiets liegt die Rheinuferstraße, im Süden die geplante Helmut-Kohl-Allee und im Westen die Bürgermeister-Grünzweig-Straße. 

Die städtebauliche Neuordnung verfolgt das Ziel, die Stadtteile Hemshof und Mitte dauerhaft miteinander zu verknüpfen und ein zusammenhängendes, urbanes Stadtgefüge zu schaffen: durch eine entsprechende Bebauung sowie durch eine Aufwertung des öffentlichen Raumes. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Bedürfnissen des Fuß- und Radverkehrs, der Verbesserung des Stadtklimas durch mehr Grün und damit auch auf einer Erhöhung der Aufenthaltsqualität. Zudem ist in diesem Bereich ein Schulstandort vorgesehen. 

Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes „Südlich Helmut-Kohl-Allee“ umfasst eine Fläche von rund 7,2 Hektar und liegt zwischen der Helmut-Kohl-Allee im Norden, der Rheinuferstraße im Osten, Jaegerstraße, Rathausplatz und Ludwigsplatz im Süden und die Heinigstraße im Westen. Wie auch im nördlichen Bereich setzt die Konzeption auf eine gute Verbindung der angrenzenden Quartiere und legt einen Fokus auf einen guten Fuß und Radverkehr. Eine neue Bebauung orientiert sich an den bestehenden innerstädtischen Strukturen und entwickelt diese durch weiter. Mit der neuen Stadtbahnhaltestelle entsteht ein zentraler Mobilitätsknotenpunkt zwischen Ludwigsplatz und Helmut-Kohl-Allee. 

Zwei hohe Gebäude, einmal im Westen und einmal im Osten des Gebiets, sollen markante städtebauliche Akzente setzen und eine wichtige Orientierungsfunktion innerhalb des Quartiers und entlang der Helmut-Kohl-Allee übernehmen. Im Bereich der Bismarckstraße soll Platz für Einzelhandel oder Dienstleistungen entstehen. Neue Grün- und Freiflächen sowie klimaresilient gestaltete Straßen- und Platzräume verbessern Stadtklima und Aufenthaltsqualität. 

Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes „Östlich Deutsche Straße“ umfasst eine Fläche von rund 3,2 Hektar und wird begrenzt durch die Lorient-Allee im Norden, die Gleise der Deutschen Bahn im Osten und die Deutsche Straße im Westen. Hier liegt der Schwerpunkt der Entwicklung auf der Schaffung eines attraktiven und grünen Wohnquartiers. Das Quartier wird durch drei Wohnblöcke mit großzügigen begrünten Innenhöfen gegliedert. Die gemeinschaftlich nutzbaren Freiräume bilden den zentralen Bestandteil der einzelnen Wohnhöfe und schaffen zugleich attraktive Aufenthalts-, Spiel- und Begegnungsbereiche. 

Neben Wohnungen sind im Norden des Plangebiets ein sogenannter Mobilitätshub mit integriertem Nahversorgungsangebot sowie im Süden eine Kindertagesstätte vorgesehen. Ein Quartiersplatz an der Deutschen Straße bildet den identitätsstiftenden Auftakt des neuen Wohngebiets und verbessert die Vernetzung mit den angrenzenden Wohnbereichen.

Bau- und Umweltdezernent Thewalt: mehr umweltfreundliche Mobilität und Verbesserung des Stadtklimas
„Am Ende unseres Planungsprozesses werden wir Quartiere, die bisher getrennt waren, miteinander verbinden. Wir rücken den Fokus auf umweltfreundliche Mobilität und bauen den Fuß- und Radverkehr aus. Gleichzeitig werden wir durch mehr Grün unser Stadtklima nachhaltig verbessern. Für all das ist mit dem Zielkonzept von ADEPT, das wir gemeinsam erarbeitet haben, das Fundament gelegt und mit der Rahmenplanung fortgeführt worden. Wenn wir nun die Bebauungspläne aufstellen, gehen wir konsequent diesen Weg weiter. Mein Dank gilt allen, die daran so konstruktiv und engagiert mitgewirkt haben“, erklärt Bau- und Umweltdezernent Alexander Thewalt.

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